Gruppenreisen

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Bericht Dingolfinger Anzeiger

Schiff: Rettet die Reisebüros / die Touristik
Reisetermin:
Reisebeschreibung: PDF icon Ganserer-DingolfingerAnzeiger-30-05-2020.pdf
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„Nach der Krise sind wir reif für die Insel“

Gaby Ganserer berichtet, wie die letzten Wochen die Arbeit im Reisebüro veränderten

 

Von Marina Liefke / Dingolfinger Anzeiger / Ausgabe Samstag, 30.05.2020

 

Eine idyllische Kreuzfahrt in Mittelamerika und wunderschönes Panorama in Island – das waren die letzten Gruppenreisen von Gaby Ganserer und ihrem Mann, bevor das Coronavirus Deutschland erreichte. Mitte März stand das Büro plötzlich still – die Grenzen wurden geschlossen und Reisewarnungen herausgegeben. Arbeitstechnisch war das die Ruhe vor dem Sturm. Reisen und Gruppen wurden nach und nach mit jeweiliger Verlängerung der Reisewarnung storniert. Die Frage Barauszahlung oder Gutscheine stand im Raum. Rückholaktionen waren zunächst vorrangig. Täglich gab es geänderte Einreisebestimmungen, Transitbereiche wurden geschlossen, Flüge gestrichen.  Abwarten war das Gebot der Stunde.  Obwohl viele Länder nun die Grenzen wieder öffnen, und Gaststätten, Hotels und Ferienlagen unter Auflagen wieder öffnen dürfen, ist noch nicht absehbar, wann sich die Situation für die Reisebüros und Reisebranche insgesamt entspannt, erklärt Gaby Ganserer im Gespräch mit dem Dingolfinger Anzeiger.

 

„Wir arbeiten rückwärts“

Seit der Corona-Krise sind wir in Kurzarbeit und müssen mit reduzierter Mannschaft und eingeschränkter Öffnungszeit jede Menge rückabwickeln. Das ist mitunter eine sehr emotionale Angelegenheit. ‚Wir erhielten Hilferufe von Menschen, die irgendwo im Internet gebucht hatten und keinerlei Informationen bekamen. Da konnten wir natürlich nicht helfen. Das ist eigenes Risiko „Wir als Reisebüro sind gerne für unsere Kunden da und helfen in allen Belangen weiter“, betont Gaby Ganserer, und vor allem die Stammkunden wissen diesen Service zu schätzen.

Was viele nicht wissen: „Erst mit der Abreise der Kunden bekommen wir in den meisten Fällen unsere Provision“, erklärt Ganserer. Wird storniert, wird auch die Provision zurückgezahlt, bucht man eine Reise auf 2021 um, wird das Geld erst im nächsten Jahr ausgezahlt. „Wir arbeiten rückwärts. Alles, was wir teilweise schon letztes Jahr für diesen Zeitraum gebucht haben, ist jetzt umsonst. Wir arbeiten momentan für das Zurückgeben unseres Verdienstes“, und es sei noch nicht absehbar, wir lange man noch in diesem „Leerlauf“ arbeiten werde, gibt Ganserer zu bedenken.

 

Reisebegleiterin verspürt Fernweh

Es ist keine einfache Situation für die Reisebüros – generell trifft die Krise die gesamte Tourismusbranche sehr hart. Egal welche Katastrophen sich ereignen, ob eine Airline Insovelz anmeldet, ein Vulkan oder, wie in diesem Fall, eine Pandemie ausbricht – der Tourismus ist eine leicht verwundbare Branche, in der die Nachwirkungen stets spürbar sind, erklärt Ganserer.

Und trotzdem liebt und lebt die Reisebüro-Inhaberin ihren Beruf mit Leib und Seele. Sie selbst, und auch ihr Mann, organisieren zahlreiche Gruppenreisen, die sie dann auch persönlich vor Ort begleiten. „Wenn ich daran denke, dass ich jetzt eigentlich auf der Loire in Frankreich gewesen wäre und wir auch unsere Costa-Pfingstgruppe stornieren mussten, wird mir ganz anders“, denn Gaby Ganserer ist selbst sehr reiselustig und plant von einer Gruppenreise zur nächsten. „Ich bin zwar immer gerne heimgekommen, aber mit netten Gruppenteilnehmern unterwegs zu sein, egal ob im Norden oder Süden, ist immer traumhaft“, und so langsam, gibt Gaby Ganserer zu, packe sie das Fernweh.

 

Welche Reisen sind dieses Jahr möglich?

Doch bis alle Reisen wieder wie üblich stattfinden können, wird es noch eine ganze Weile dauern, meint Ganserer: „Es wird ein Mammutakt, bis alle Flieger in der Luft sind und Schiffe auf ihren geplanten Routen fahren können. Die Touristik hat viele Zahnräder und erst, wenn diese allesamt ineinander greifen, läuft es auch wieder rund. Das dauert noch Monate“ Ihr sei klar, dass nicht alle touristischen Unternehmen diese Krise überstehen werden, aber umso wichtiger sei es jetzt für die gesamte Reisebranche, dass die Menschen wieder buchen.

Da kommt natürlich die Frage auf: Welche Reisen sind in diesem Jahr überhaupt möglich?

„Im Fernbereich geht so schnell nichts“, meint Ganserer, „aber in Europa wird es jetzt möglich sein, dass die Menschen mit Bedacht, aber ohne Angst reisen.“ Generell werde man in diesem Jahr Ballungszentren meiden. Problemlos möglich seien aber „Entspannungsurlaube“, weil die Schiffe und Hotels nicht mehr voll belegt werden und somit der Einzelne für sich mehr Platz zur Verfügung hat. Weniger Menschen, mehr Platz, großzügige Hotelanlagen, tolles Angebot auf Schiffen,  weitläufige Strände und da und dort keine blockierten Liegen – das bedeutet optimale Bedingungen zum „Abschalten“. Die ersten Kundenwünsche für Neubuchungen konzentrierten sich auf den Mittelmeerraum, auf Urlaub am Strand und natürlich auch auf Kreuzfahrten. Das sei kein Wunder, denn „nach dieser Krise sind wir alle reif für die Insel“, lacht Ganserer, „das ist wichtig für uns selbst, unser Seelenheil und für die Leute, die uns den Urlaub am Reiseort verschönern.“ Wem das zu weit sein sollte, so gibt es viele Möglichkeiten in unserer Region wie z.B. Bayerischer Wald, Österreich u.v.m. Ebenfalls empfehlenswert findet Ganserer den Urlaub per Wohnmobil: „Das ist die optimale Form, um Urlaub zu machen und auf nichts und niemanden angewiesen zu sein.“ Wir vermitteln sehr erfolgreich Wohnmobile und geben jede Menge Tips für Routenplanung und den passenden Stell- u. Campingplätzen.  Gut verbinden lassen sich diese Touren auch mit Wanderungen und Radtouren. Natürlich können diese Rad- und Wanderreisen auch ohne Wohnmobil gebucht werden. So kann man die eigene Heimat oder die Nachbarländer nochmal von einer neuen Seite erkunden und die Natur in vollen Zügen genießen.

 

„Wir kämpfen uns da durch“

Die Reisebüros befinden sich in einer schweren Zeit – und diese ist nach wie vor noch längst nicht vorbei. Froh war Ganserer um die Soforthilfe, die von der Regierung bewilligt wurde. Trotzdem sei dieses Geld ein Tropfen auf den heißen Stein und viele Reisebüros müssen, obwohl durch Stornierungen und Umbuchungen genügend Arbeit zu erledigen ist, in Kurzarbeit gehen, weil die Provisionen auf lange Zeit fehlen. Ganserer bleibt trotz der schwierigen Situation zuversichtlich: „Wir bemühen uns und meine Mädels sind spitze. Wir kämpfen uns gemeinsam da durch, was auch immer noch auf uns zukommen wird.“
Das Gruppenprogramm für 2021 steht fast. In Gedanken bereits im kommenden Jahr zu sein tat gut.

Als Gewinner aus der Krise werden die stationären Reisebüros hervorgehen, vermutet Ganserer. „Die Menschen wollen Ansprechpartner, mit denen sie sprechen und auf die sie sich verlassen können.“ Bei einer Online-Buchung zähle der Umsatz – nicht der Mensch und seine unmittelbaren Wünsche. „Wohl dem, der sich auf den Service und die Zuverlässigkeit seines Reisebüros stützen und verlassen kann. Laut Prognosen von Touristikexperten wird dieser Service nach der Krise mehr denn je anerkannt werden“, ist sich die Reisebüro-Inhaberin sicher. Sie blickt motiviert in die Zukunft: „Wir sind mit Herzblut bei der Sache, denn wir wollen, dass unsere Kunden erholt und zufrieden von ihrem Urlaub zurückkehren. Es wird sich einiges ändern. Wir werden Dinge mehr schätzen, die uns bisher als selbstverständlich erschienen. Wir bleiben weiterhin in angepasstem ‚Sparmodus‘ zu reduzierten Zeiten, beraten nach Terminvereinbarung, sind aber stets per Mail erreichbar.  Buchen Sie Ihren Urlaub, denn die Saison 2021 ist, so früh wie nie, bereits jetzt schon freigeschaltet! Die Nachfrage ist entsprechend hoch! Schiffsreisen können sogar schon bis 2023 gebucht werden. Durch Ihre Buchung unterstützen Sie die gesamte Tourismusbranche! Helfen wir alle zusammen, dass Sie auch künftig noch wunderschöne Reisen genießen können.

 

 
 
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